Studieren Sie Nachzahlungen für Leasingverträge genau

Bei Leasingverträgen empfiehlt es sich grundsätzlich, Verträge mit Kilometerabrechnung abzuschließen. Denn nur bei diesen ist man – im Gegensatz zu Verträgen mit Restwertabrechnung – das Restwertrisiko bei der Verwertung des gebrauchten Leasingautos los.

Nun gibt es aber manche Leasingfirmen, die mit günstigen Raten locken und das mit versteckten unverschämten Nachzahlungen für Zuviel-Kilometer kompensieren.

Uns wurden Fälle bekannt, in denen einige französische Leasinggeber mit exorbitanten Nachzahlungen von 20 bis 30 Cent für Kleinwagen den Verlust aus der niedrigen regulären Leasingrate wieder hereinholen wollten, wenn jemand das Auto mit zu vielen Kilometern zurückgab.

Gegenbeispiel für faire Vereinbarungen: 1er-BMW mit nur ca. drei bis fünf Cent Nachzahlung je Kilometer.

Fazit: Achten Sie also auf diesen Nachzahlungs-Satz beim Abschluss eines Leasingvertrages, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Seefeld

Millionen-Villen steuerfrei – Zweitwohnsitze aber nicht

Das Erbschaftssteuergesetz befreit Schenkungen des Eigenheims (bzw. von Teilen daran) von der Schenkungssteuer (§ 13 Abs. 1 Nr. 4a ErbStG). Seit 2009 gilt das auch für Immobilien in anderen EU- und EWR-Ländern. Bisher war unklar, ob auch Zweitwohnsitze unter diese Vergünstigung fallen. Nun liegt das erste Urteil dazu vor (BFH, 18.07.13, II R 35/11, DStR 13, 2389).

Ergebnis: Keine Steuerbefreiung bei Zweitwohnsitzen, aber sehr wohl, wenn das verschenkte Haus (bzw. der Anteil daran) den Lebensmittelpunkt der Ehegatten darstellt. Wenn dieser auf Mallorca liegt, kann man also auch die Millionen-Finca dort steuerfrei auf die Ehefrau (bzw. den Ehemann) übertragen.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Seefeld

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Wenn Sie einen Immobilien-Kredit vorzeitig ablösen

Wer eine vermietete Immobilie verkauft und den Kredit vorzeitig zurückzahlt, muss meistens eine Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank bezahlen. Erfolgt der Verkauf innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf der Immobilie, kann man diese Gebühr absetzen (BMF, 28.03.13, BStBl. I 13, 608).

Ist diese Frist schon abgelaufen (= Verkauf über zehn Jahre nach dem Kauf), hat man Pech gehabt. Dann ist kein Abzug mehr möglich (FG Düsseldorf, 11.09.13, 7 K 545/13 E; Revision zugelassen, Az. BFH IX R 43/13).

Legaler Umgehungs-Tipp: Falls sich jemand schon relativ sicher ist, eine Immobilie mit über zehnjähriger Besitzzeit 2014 zu verkaufen, sollte er noch 2013 eine Umschuldung mit Vorfälligkeitsentschädigung in Kauf nehmen. Denn bei einem steuerfreien Verkauf kann man nichts absetzen. Falls aber die Vorfälligkeit anfällt durch eine Umschuldung zum Zweck reduzierter Zinsen, kann man sie als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung sehr wohl absetzen. Beim späteren Verkauf wird dann nur noch eine geringe Vorfälligkeitsentschädigung anfallen, denn die Zinsen werden die nächsten zwölf Monate wohl nicht mehr nennenswert fallen. Bei gleichbleibenden Zinsen ist die Entschädigung nicht sehr hoch, bei steigenden Zinsen kann sie sogar vollständig entfallen.

Risiko: Falls der ursprünglich angedachte Käufer im Folgejahr abspringt und sich auch kein anderer findet, bleibt man auf den Kosten der Vorfälligkeits­entschädigung sitzen.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Seefeld

Eine Gutschrift darf AB SOFORT nicht mehr Gutschrift heißen

“Amtshilferichtlinieumsetzungsgesetz” – diesen sperrigen Namen hat ein Gesetz, in das einige wichtige Änderungen im Umsatzsteuergesetz gepackt wurden. Dieses Gesetz ist bereits am 30. Juni 2013 in Kraft getreten.

Eine Gutschrift darf nicht mehr Gutschrift heißen: Als Gutschrift darf (und muss!) in Zukunft nur noch ein exotischer Fall der Gutschrift tituliert werden, der in vielen Firmen gar nicht vorkommt. Eine Gutschrift im steuerlichen Sinne ist jetzt nur noch gegeben, wenn der Leistungsempfänger dem Leistenden eine Gutschrift erteilt. Zum Beispiel das Unternehmen, dem Umsätze vermittelt werden, erteilt dem Handelsvertreter eine Gutschrift über die von diesem verdiente Provision. Oder: Der Verlag erteilt dem Autor eine Gutschrift über Tantiemen aufgrund der verkauften Bücher. Solche Gutschriften müssen jetzt zwingend als Gutschrift bezeichnet werden, um sich den Vorsteuerabzug zu sichern. Die englische Bezeichnung “self-billing invoice” ist zulässig.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Seefeld

Die so genannte Kaufmännische Gutschrift darf nicht mehr so bezeichnet werden: Diese muss zukünftig zum Beispiel als “Rechnungskorrektur” bezeichnet werden. Typisches Beispiel: Der Kunde reklamiert, weil etwas gefehlt hat oder etwas mangelhaft ist oder weil er generell weniger zahlen will und man erteilt ihm eine Gutschrift. Diese darf in Zukunft nicht mehr so heißen (§ 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 10 UStG). Die englische Bezeichnung “credit note” ist auch hier zulässig. Hinweis: Die Bundessteuerberaterkammer hat sich am 9. Juli 2013 in einer Eingabe an das Bundesfinanzministerium dafür eingesetzt, die strengen Neuregelungen zur Verwendung des Wortes “Gutschrift” zu entschärfen.

Neue Pflichtangabe bei Reverse-charge Umsätzen: Hier muss künftig exakt folgender Wortlaut verwendet werden: „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ (§ 14a Abs. 1 UStG). Die englische Bezeichnung “Reverse charge” ist (wohl) ebenfalls zulässig.

Mehr Tempo bei der Rechnungsstellung zwingend: Für grenzüberschreitende Leistungen und innergemeinschaftliche Lieferungen muss die Rechnung in Zukunft bis zum 15. des Folgemonats ausgestellt werden. Gefahr: Wer diese Frist versäumt, dem droht unter Umständen der Verlust der Steuerbefreiung für innergemeinschaftliche Lieferungen. Das steht zwar nicht explizit so im Gesetz, ist aber zu befürchten. Beispiel: Ein Möbelhändler aus Rosenheim liefert am 1. August bzw. am 31. August zehn Tische an einen Unternehmer in Salzburg. In beiden Fällen muss die Rechnung bis zum 15. September ausgestellt und verschickt werden.

Einfuhrumsatzsteuer: Diese kann nun bereits dann als Vorsteuer abgezogen werden, wenn sie entstanden ist und nicht erst, wenn sie bezahlt worden ist.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Seefeld

Was ist schlimmer: Umsatzrück­gänge oder Rabatte?

Was ist schlimmer? Zehn Prozent Umsatzrückgang oder zehn Prozent Preissenkung? Klare Antwort: Bei den Preisen nachzugeben wäre – bei gleicher Absatzmenge – schlimmer. Denn der Wareneinkauf bleibt ja gleich. Beim Umsatzrückgang geht hingegen auch der Wareneinkauf zurück.

Beispiel: Ein Unternehmen macht eine Million Umsatz (netto) bei 40 Prozent Rohmarge und 300.000 Euro Fixkosten (Personal, Miete usw.). Der Gewinn beträgt (vorher) 100.000 Euro. Denn 40 Prozent von einer Million sind 400.000 Euro Rohertrag. Minus 300.000 Euro Fix­kosten macht das 100.000 Euro Gewinn.

Umsatzrückgang: Zehn Prozent Umsatzrückgang bedeuten statt einer Million nur noch 900.000 Euro Umsatz. Und 40 Prozent ergeben dann 360.000 Euro Rohertrag. Das bedeutet nach Abzug der Fixkosten immerhin noch 60.000 Euro Gewinn. Rabatte: Zehn Prozent flächendenkender Preisnachlass bedeutet hingegen nur noch 300.000 Euro Rohertrag, denn der Wareneinkauf bleibt ja unverändert bei 600.000 Euro. 300.000 Euro Rohertrag minus 300.000 Euro Fixkosten ergibt einen Gewinn von Null.

Ergebnis: Ein Umsatzrückgang ist nicht so schlimm wie eine Preissenkung.

Übrigens: Wenn nun jemand kontert: „Bei solchen Rabatten könnten wir ja viel mehr verkaufen!“ stellen Sie die Gegenfrage: „Und wie stark müsste dann unser Absatz explodieren, um nur den alten Gewinn halten zu können?“ Die Antwort wird das Schweigen im Walde sein.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Seefeld

Wie Sie Hotelkosten an Kunden richtig weiterberechnen

Falls Sie Ihren Kunden Übernachtungen weiterberechnen, sollten Sie das mit 19 Prozent Mehrwertsteuer tun. Denn den ermäßigten Steuersatz kann nur das Hotel selbst für die Abrechnung der Übernachtungsleistung nutzen. Wenn Sie die Übernachtung an Ihren Kunden weiterberechnen, unterliegt das dem gleichen Steuersatz wie Ihr Hauptumsatz auch.

Sie gehen also so vor: Nettobetrag aus der Hotelrechnung plus 19 Prozent.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Seefeld

Umgehung einer Bahnschranke rechtfertigt Umweg

Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte können Sie nur dann absetzen, wenn dies der kürzest mögliche Weg ist. Ausnahme: Ein längerer Weg ist offensichtlich verkehrsgünstiger.

Bei einer 25 km langen Strecke ist es offensichtlich verkehrsgünstiger, eine 28 km lange Strecke zu wählen, wenn man dadurch einen beschrankten Bahnübergang vermeiden kann, bei dem die Wartezeit an der geschlossenen Schranke schwer vorherzusehen ist (FG Sachsen, 05.11.12, 6 K 204/12). Die Umwegstrecke müssen Sie aber regelmäßig nutzen.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Seefeld

Alte Rentenpapiere mit Kurs über 100 jetzt verkaufen

Falls in Ihrem Depot vor 2009 gekaufte festverzinsliche Wertpapiere liegen, dann werden diese oftmals einen Kurs von über 100 haben, weil sie wegen der damals noch hohen Zinsen heute recht gefragt sind.

Wenn Sie diese Papiere jetzt verkaufen, können Sie den Kursgewinn steuerfrei einstreichen. Wenn Sie sie hingegen bis zum Fälligkeitszeitpunkt behalten, wird der Kurs wieder auf 100 sinken. Die bis dahin anfallenden hohen Zinseinnahmen müssen Sie (mit 25 Prozent Abgeltungssteuer) voll versteuern.

Deshalb: Alte Papiere (Kauf vor 2009) mit Kurs über 100 raus aus dem Depot.

Hinweis:
Für ab 2009 gekaufte Rentenpapiere gilt dieser Tipp nicht.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Seefeld

Wie Sie die Ein-Prozent-Regel ohne Fahrtenbuch vermeiden

Wenn Sie die Ein-Prozent-Regel für die Berechnung des geldwerten Vorteils für die Privatnutzung eines Firmenwagens vermeiden wollen, müssen Sie ein Fahrtenbuch führen. Nach Auffassung der Finanzverwaltung werden nämlich „nach der allgemeinen Lebenserfahrung … dienstliche Fahrzeuge auch stets tatsächlich privat genutzt“.

Ausweg ohne Fahrtenbuch: Der Bundesfinanzhof hat nun aber entschieden, dass ein Privatfahrzeug eben doch ausreicht, um die Ein-Prozent-Regel – auch ohne Fahrtenbuch – auszuhebeln. Allerdings nur dann, wenn das private Auto „in Status und Gebrauchswert“ vergleichbar ist. In dem konkreten Fall hatte der Unternehmer einen betrieblichen Porsche 911, für den er kein Fahrtenbuch führte. Privat hatte er noch einen Porsche 928 S4 sowie einen Volvo V70T5.

Das erfreuliche Urteil: „Der Steuerpflichtige muss nicht beweisen, dass eine private Nutzung des Porsche 911 nicht stattgefunden hat. Erforderlich, aber auch ausreichend ist, dass ein Sachverhalt dargelegt (und im Zweifelsfall nachgewiesen) wird, der die ernsthafte Möglichkeit eines anderen als des der allgemeinen Erfahrungen entsprechenden Geschehens ergibt. Angesichts der beiden privat zur Verfügung stehenden Fahrzeuge ist der Anscheinsbeweis für die private Nutzung des Porsche 911 erschüttert.

Es wäre daher Aufgabe des Finanzamtes gewesen, die private Nutzung des Porsche nachzuweisen. Diesen Beweis hat das Finanzamt nicht erbracht.“ (BFH, 04.12.12, VIII R 42/09, DStR 13, 243). Im Streitfall nutzte es dem Unternehmer, dass er fünf Kinder hatte und sich der Bundesfinanzhof nicht vorstellen konnte, wie die alle in einen Porsche 911 hinein passen sollen.

Fazit: Es klappt nicht, pro forma im Privatvermögen einen minderwertigen Kleinwagen vorzuhalten, um damit die Ein-Prozent-Regel des betrieblichen Luxusautos zu vermeiden. Wenn die Autos aber in etwa gleichwertig sind, muss umgekehrt das Finanzamt beweisen, dass man das Betriebsauto privat gefahren ist.

 

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Seefeld

Wann Sie keine Nachzahlungszinsen akzeptieren sollten

Betriebe mit einem Vorjahres-Eigenkapital von maximal 235.000 Euro dürfen Investitionen (außer in Immobilien) von bis zu einer halben Million schon drei Jahre vor der geplanten Anschaffung mit 40 Prozent abschreiben (Investi­tionsabzugsbetrag). Das macht man außerhalb der Bilanz in der Steuer­erklärung. Gibt man die zuvor behauptete Investitionsabsicht nach ein, zwei oder drei Jahren wieder auf, muss man die zuvor gesparte Steuer nachzahlen.

Allerdings – entgegen dem Gesetzeswortlaut – ohne Nachzahlungszinsen. Diese werden zwar vom Finanz­amt oft in vierstelliger Höhe verlangt, sind aber in aller Regel unberechtigt. (FG Niedersachsen, 05.05.11, 1 K 266/10, DStR 11, 1563, Revision Az. BFH IV, R 9/12; Schmidt-Kommentar zum EStG, § 7g Rz. 29)

 

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Seefeld