Vorsicht bei neuen Gold-Steuersparmodellen

Die Steuersparbranche hat sich ein neues Gestaltungsmodell ausgedacht. Man beteiligt sich an einer ausländischen Personengesellschaft, die Gold in großen Mengen kauft. Den Beteiligten werden sofort hohe Verluste zugewiesen, die durch Verbuchung der Goldeinkäufe als „Materialaufwand“ entstehen. Diese Verluste reduzieren den deutschen Steuersatz durch den „negativen Progressionsvorbehalt“ erheblich – im Extremfall sogar auf Null.
Ein späterer Verkauf des Goldes wirkt zwar steuersatzerhöhend. Da die Beteiligten aber sowieso meistens dem Spitzensteuersatz unterliegen wirkt sich das kaum aus.

Doch dieses Steuersparmodell steht auf wackligen Beinen: Die Bundesregierung hat dazu verlauten lassen, dass in Zukunft die Gewinnerzielungsabsicht solcher Gesellschaften verstärkt geprüft werden soll und falls diese nicht vorliegt, Verluste nicht anerkannt werden. Zusätzlich würde geprüft, ob diese Gesellschaften nicht bilanzieren müssten. Auch dann würde das ganze Modell nicht mehr klappen. (hib – heute im bundestag Nr. 309 und BT-Drucks. 17/9870)

Bereits in der Vergangenheit hat sich oft gezeigt, dass vermeintlich clevere Steueroptimierungsgestaltungen entweder gar nicht funktionieren oder der Steuer-Spareffekt durch enorme Kosten wieder aufgezehrt wird.

Ich ratedaher – auch unter dem Aspekt der fraglichen steuerlichen Anerkennung – generell zu erhöhter Vorsicht bei solchen Gestaltungen. Am besten Finger weg.

Herzliche Grüße,
Dipl.-Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Seefeld

Warum ein kürzeres Auto-Leasing doch günstiger sein kann

Je länger man ein Auto least, umso niedriger sind in aller Regel die monat¬lichen Leasingraten. Denn der Wertverlust eines Autos ist am Anfang hoch und sinkt im Laufe der Zeit immer stärker ab. Bei einem längeren Leasingzeitraum flacht sich somit die Wertverlust-Kurve ab – dem folgen die Leasing¬raten.
Werden z. B. bei einem 36-Monats-Vertrag für ein bestimmtes Auto 700 Euro im Monat verlangt, dann kann das gleiche Auto bei 24 Monaten Leasingdauer 800 Euro im Monat kosten. Gerechnet auf die ersten 24 Monate wären das also 2400 Euro Mehrkosten – verursacht durch die kürzere Leasing¬vertragsdauer.

Aber stimmt das wirklich mit den Mehrkosten? Bedenken Sie, dass die Inspektions- und Ölwechselintervalle moderner Autos heutzutage relativ lang sind, so dass man oft ziemlich genau zwei Jahre oder 30.000 km ohne jede Inspektion davon kommt. Wenigfahrern bleibt sogar noch jeglicher Ölwechsel erspart, wenn sie das Auto nach 24 Monaten wieder abgeben. Je nach Fahrweise werden Sie nach 30.000 bis 50.000 km einen neuen Satz Reifen brauchen – auch das eine typische Ausgabe der dritten Leasing-Jahres. Zudem endet bei den meisten Herstellern nach 24 Monaten der Garantiezeitraum. Wer kein Risiko eingehen will, wird also eine Anschlussgarantie abschließen, die ein paar Hundert Euro kostet.

Fazit: Wenn man die sprunghaft ansteigenden Mehrkosten eines Autos im dritten Lebensjahr mit einbezieht, können die Einsparungen durch die niedrigeren Leasingraten des 36-Monatsvertrags dadurch gut und gerne wieder aufgefressen werden. Wer also allein meint, dass 36-Monatsleasing kostengünstiger ist, der sollte lieber noch einmal mit spitzem Bleistift nachrechnen.

Herzliche Grüße,
Dipl.-Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Seefeld