Ist die U-Kasse der goldene Weg zur Altersversorgung?

Mit dem Thema „Betriebliche Altersvorsorge“ (= BAV) können Versicherungsvermittler hervorragend verdienen. Denn der Begriff „Experte für BAV“ ist nicht geschützt.

Ein Lieblingskind der „Experten“ ist die Unterstützungs­kasse. Bisweilen wird behauptet, Einzahlungen in Unterstützungskassen (= U-Kassen) seien in unbegrenzter Höhe als Betriebsausgabe abzugsfähig.

Ist die U-Kasse also der goldene Weg zur Altersversorgung? Sehen wir uns die Fakten an.

Beiträge in unbeschränkter Höhe abzugsfähig? Das stimmt so generell nicht. Das Trägerunternehmen (damit ist der Arbeitgeber gemeint) darf – vereinfacht dargestellt – für Leistungsanwärter während der Anwartschafts- (= Arbeits-)phase insgesamt maximal zwei Jahresrenten als Zuwendungen zu der Reserve einer Unterstützungskasse verbuchen. Jährlich maximal 25 Prozent der Versorgungsleistungen, begrenzt auf das Achtfache der Jahresrente (§ 4 d Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG).

Selbst wenn man viel einzahlen und als Betriebsausgabe absetzen könnte:
Hohe Einzahlungen in eine Unterstützungskasse bedeuten noch lange nicht, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer (erst recht, wenn es sich um den Geschäftsführer und/oder Familienangehörige von Gesellschaftern handelt), unbegrenzte Altersvorsorgeleistungen zusagen kann.

Weitere Falle: Die Leistungsempfänger einer Unterstützungskasse dürfen nicht in der Mehrzahl aus Gesellschaftern und/oder deren Angehörigen bestehen (§ 1 Abs. 1 KStDV).

Zu hohe Kosten einer Unterstützungskasse: Wie so oft bei Geldanlagen versuchen die Anbieter unter Hinweis auf (angebliche oder tatsächliche) Steuerspareffekte die Kosten der Geldanlage in den Hintergrund zu drängen. Diese sind jedoch gerade bei den Unterstützungskassen meist besonders hoch, denn irgendjemand muss ja schließlich die hohen Provisionen für die Versicherungs-Vertreter bzw. „Experten für BAV“ bezahlen.

Oftmals ist die Geldanlage in der U-Kasse dadurch so unrentabel, dass der Steuerspareffekt durch die Geldvernichtung wieder kompensiert wird.

Bedenken Sie auch die nachgelagerte Besteuerung: Die GmbH zahlt ein in die Unterstützungskasse und spart dadurch (wenn die GmbH überhaupt Gewinn macht) 26 bis 33 Prozent Körperschaftssteuer plus Gewerbesteuer. Die Versorgungsempfänger müssen nachher die Renten mit dem persön­lichen Steuersatz versteuern, der bis zu 42 Prozent plus Soli -  oder bald vielleicht deutlich mehr – beträgt.

Fazit: Die U-Kasse ist eine – von mehreren – Möglichkeiten, bestehende Zusagen aus der Bilanz zu eliminieren und hat in bestimmten Fällen ihre Berechtigung. Oftmals wird der angebliche Nutzen einer solchen Kasse jedoch weit übertrieben, der Steuerspareffekt überschätzt und die überzogenen Kosten vertuscht.

 

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Seefeld