Wann Sie keine Nachzahlungszinsen akzeptieren sollten

Betriebe mit einem Vorjahres-Eigenkapital von maximal 235.000 Euro dürfen Investitionen (außer in Immobilien) von bis zu einer halben Million schon drei Jahre vor der geplanten Anschaffung mit 40 Prozent abschreiben (Investi­tionsabzugsbetrag). Das macht man außerhalb der Bilanz in der Steuer­erklärung. Gibt man die zuvor behauptete Investitionsabsicht nach ein, zwei oder drei Jahren wieder auf, muss man die zuvor gesparte Steuer nachzahlen.

Allerdings – entgegen dem Gesetzeswortlaut – ohne Nachzahlungszinsen. Diese werden zwar vom Finanz­amt oft in vierstelliger Höhe verlangt, sind aber in aller Regel unberechtigt. (FG Niedersachsen, 05.05.11, 1 K 266/10, DStR 11, 1563, Revision Az. BFH IV, R 9/12; Schmidt-Kommentar zum EStG, § 7g Rz. 29)

 

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Seefeld

Kosten für leer stehende Wohnungen absetzen

Wer Wohnungen vermietet, kann seine Kosten auch dann in voller Höhe absetzen, wenn die Wohnung vorübergehend einmal leer steht. Voraus­setzung dafür ist allerdings, dass zumindest die Absicht zur Vermietung besteht.

Wer aber eine Wohnung zehn Jahre lang leer stehen lässt, wird sich schwer tun, das Finanzamt von einer ernsthaften Vermietungsabsicht zu überzeugen. Auch gelegentliche Zeitungsannoncen nützen dann als Beleg nichts. Erst recht nicht, wenn die Wohnung in einer Gegend mit Wohnungsmangel und niedrigen Leerständen liegt.

Das entschieden die höchsten deutschen Steuerrichter zum Fall eines Vermieters, der eine Wohnung zehn Jahre lang und einen „vermieteten“ Raum im Dachgeschoss über 23 Jahre(!) lang leer stehen ließ. (BFH, 17.10.12, VIII R 51/09, juris)

 

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Seefeld