Millionen-Villen steuerfrei – Zweitwohnsitze aber nicht

Das Erbschaftssteuergesetz befreit Schenkungen des Eigenheims (bzw. von Teilen daran) von der Schenkungssteuer (§ 13 Abs. 1 Nr. 4a ErbStG). Seit 2009 gilt das auch für Immobilien in anderen EU- und EWR-Ländern. Bisher war unklar, ob auch Zweitwohnsitze unter diese Vergünstigung fallen. Nun liegt das erste Urteil dazu vor (BFH, 18.07.13, II R 35/11, DStR 13, 2389).

Ergebnis: Keine Steuerbefreiung bei Zweitwohnsitzen, aber sehr wohl, wenn das verschenkte Haus (bzw. der Anteil daran) den Lebensmittelpunkt der Ehegatten darstellt. Wenn dieser auf Mallorca liegt, kann man also auch die Millionen-Finca dort steuerfrei auf die Ehefrau (bzw. den Ehemann) übertragen.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Seefeld

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Wenn Sie einen Immobilien-Kredit vorzeitig ablösen

Wer eine vermietete Immobilie verkauft und den Kredit vorzeitig zurückzahlt, muss meistens eine Vorfälligkeitsentschädigung an die Bank bezahlen. Erfolgt der Verkauf innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf der Immobilie, kann man diese Gebühr absetzen (BMF, 28.03.13, BStBl. I 13, 608).

Ist diese Frist schon abgelaufen (= Verkauf über zehn Jahre nach dem Kauf), hat man Pech gehabt. Dann ist kein Abzug mehr möglich (FG Düsseldorf, 11.09.13, 7 K 545/13 E; Revision zugelassen, Az. BFH IX R 43/13).

Legaler Umgehungs-Tipp: Falls sich jemand schon relativ sicher ist, eine Immobilie mit über zehnjähriger Besitzzeit 2014 zu verkaufen, sollte er noch 2013 eine Umschuldung mit Vorfälligkeitsentschädigung in Kauf nehmen. Denn bei einem steuerfreien Verkauf kann man nichts absetzen. Falls aber die Vorfälligkeit anfällt durch eine Umschuldung zum Zweck reduzierter Zinsen, kann man sie als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung sehr wohl absetzen. Beim späteren Verkauf wird dann nur noch eine geringe Vorfälligkeitsentschädigung anfallen, denn die Zinsen werden die nächsten zwölf Monate wohl nicht mehr nennenswert fallen. Bei gleichbleibenden Zinsen ist die Entschädigung nicht sehr hoch, bei steigenden Zinsen kann sie sogar vollständig entfallen.

Risiko: Falls der ursprünglich angedachte Käufer im Folgejahr abspringt und sich auch kein anderer findet, bleibt man auf den Kosten der Vorfälligkeits­entschädigung sitzen.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Seefeld